Interoperabilität - Im Fokus

Aktualisiert: Mai 7

Was ist Interoperabilität? Was müssen wir beachten? Welche Entscheidungen stehen uns bevor? Das BfB klärt auf!

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein fremdes Land, dessen Sprache Sie nicht können und verstehen. Sie müssen allerdings ein Paket abgeben, ohne dass Sie die Inhalte des Pakets preisgeben oder das Paket an Andere, Unbekannte abgeben. Ihnen wurde gesagt, dass Sie das Paket an einem bestimmten Ort hinter einem Tor lassen müssen, nur wissen Sie nicht genau, wie Sie dorthin kommen können, welche Straßen Sie betreten dürfen und vor allem wie der Code lautet, um durch das Sicherheitstor zu gelangen. Nun stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Dolmetscher dabei, der sich genauestens mit der Rechtslage des Landes auskennt und Ihnen sagen kann, wo Sie hingehen und was Sie machen dürfen. Stellen Sie sich weiter vor, dieser Dolmetscher kennt auch andere Boten und kann für Sie Kontakt herstellen. Außerdem hat er den Sicherheitscode sowie die genaue Wegbeschreibung im Vorfeld definiert. Sie können also Ihr Paket abgeben, ohne dass die Inhalte bekannt gegeben werden mussten und ohne sich selbst in diesem Land auszukennen. Unser Dolmetscher ist die Interoperabilität. Um die Zukunftssicherheit der digitalen Bildungsmedien und Infrastrukturen in Deutschland zu gewährleisten, müssen wir zeitnah "Dolmetscher" identifizieren und gemeinsame Strategien entwickeln, so dass die Produkte, Plattformen, Lernende und Lehrende nicht technisch aneinander vorbei reden, sondern einwandfrei und sicher miteinander kommunizieren können.


Die Interoperabilität unserer Systeme im Bildungsbereich ist unerlässlich für die Sicherheit, Zugänglichkeit und Zukunftsperspektiven unserer Bildungslandschaft.

Grundbegriffe erklärt

Interoperabilität

Es gibt mehrere Ebenen der Interoperabilität. Sowohl menschliche als auch technische Interaktionen und Protokolle sind nötig, so dass alle Systeme tatsächlich interagieren können, zukunftssicher und - zumindest für den Endnutzer - einfach zu bedienen sind.


Bei den vortechnischen Ebenen sind Entscheidungen bezüglich der Datenschutzrichtlinien, der Gesetzgebung, der Infrastrukturen sowie der Rollen zu treffen.

Dabei ist ein länderübergreifender Ansatz zur Interoperabilität in Form von Referenzmodellen oder Standards insbesondere bezüglich des Datenaustauschs und der Datenverarbeitung von großer Bedeutung. Eine solche Architektur ist für die systematische Umsetzung von den technischen Ebenen, den Standards und tatsächlichen Schnittstellen unerlässlich.


API


Die API ist eine Schnittstelle, die ein Softwaresystem bereitstellt, um dieses in andere Programme einzubinden. Der Begriff API stammt aus dem englischen Sprachraum und ist die Kurzform von "Application-Programming-Interface".


Protokoll


Ein Protokoll ist der Oberbegriff für Standards und Normen, in denen die Art und Weise von Datenübertragungen zwischen verschiedenen Computer-Komponenten, Peripherie-Geräten, Rechnersystemen, Netzwerken, Telekommunikationsleitungen oder im Internet festgeschrieben ist. Normalerweise müssen die miteinander kommunizierenden Systeme das gleiche Protokoll unterstützen.

Die Umsetzung der Interoperabilitätsebenen

Interoperabilität ist die Fähigkeit eines Systems, dessen Schnittstellen ganzheitlich bekannt sind, Daten oder Pakete sicher zu übergeben und mit anderen, sowohl bereits bestehenden als auch zukünftigen Systemen, zu kommunizieren. Dies geschieht dann anhand von gemeinsam definierten oder vorgegebenen sprachlichen, organisatorischen und sicherheitstechnischen

Regeln. Wenn Schnittstellen definiert sind und Standards für bestimmte Schnittstellen und Funktionen bekannt gemacht wurden, wird der Entwicklungs- und Integrationsaufwand für alle Systeme gering und Interaktionen zwischen Plattformen und (Bildungs-) Medien werden schneller und sicher abgewickelt.


Vorteile von Interoperabilität

Interoperabilität verlässt sich auf Standards, welche es erlauben, dass Informationen korrekt, effizient und ökonomisch übertragen werden können. Wir können es so verstehen, dass Sie also auf abgestimmten und einheitlichen Vorgehensweisen basierend, Systeme miteinander verknüpfen. Ähnlich wie Legobausteine oder Puzzleteile benötigt jedes Produkt die passenden Anknüpfungsteile, um sich mit anderen Teilen zusammen schließen zu können. Außerdem müssen sie das Gespräch, das sie vom anderen Produkt zugeliefert bekommen, verstehen und/oder übersetzen können. Ohne übergreifende Strategien, gemeinsame Ansätze und Richtlinien für die Entwicklung von Standards und Schnittstellen wird es viele Insellösungen und eine Aufwands- und erhebliche Komplexitätssteigerung für alle Anbieter und Nutzer geben. Dies hat wiederum gravierende Folgen für die intuitive Nutzung von Plattformen seitens der Schulgemeinschaft. Die Interoperabilität unserer Systeme im Bildungsbereich ist unerlässlich für die Sicherheit, Zugänglichkeit und die Zukunftsperspektiven der Bildung in Deutschland.

Interoperabilität - Zentrales Thema im Bildungsbereich


Interoperabilität spielt bei wichtigen Arbeitspapieren und Anforderungen im Bildungsbereich eine bedeutende Rolle und wird zunehmend als zentrales Thema für Entwicklungen in der Digitalisierung gesehen.

  • Einer der Hauptzwecke des Digitalpaktes, welcher in der Verwaltungsvereinbarung verdeutlicht wird, ist es interoperable digitale technische Infrastrukturen zu etablieren sowie vorhandene Strukturen zu optimieren. Es wird betont, dass die Interoperabilität bestehender oder neu zu entwickelnder digitaler Infrastrukturen, herzustellen oder zu sichern sind.